Schmerzen am Nacken packen

Quelle: www.medizin-news.de

Im Nacken, dem oberen Ende der Wirbelsäule, sorgen sieben Wirbel für den nötigen Halt des Kopfes. Hohe Beweglichkeit ermöglicht Drehungen, Neigungen und Streckungen in nahezu alle Richtungen. Doch gleichzeitig beanspruchen ständige Belastungen die kleinen Gelenke stark. Daher leiden vor allem Menschen über 30 immer wieder unter Nackenschmerzen, die oft auch in Kopf, Schulter oder sogar Arme ausstrahlen.

Vielfältige Ursachen können den Beschwerden zugrunde liegen. „Neben Erkrankungen der Wirbelsäule treten am häufigsten Verspannungen der Muskulatur durch Überlastung oder Fehlhaltung auf, welche in der Regel lediglich Wärmeanwendungen und leichte Entspannungsübungen erfordern“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Wirbelsäulenspezialist und Orthopäde in München.

Ursachen liegen oft im Alltag
Falsches Sitzen oder Liegen, lange Arbeit am Computer oder Stress – viele alltägliche Situationen führen zu Fehlhaltungen. Nach oben gezogene Schultern und vorwärts geneigter Kopf beanspruchen gerade untrainierte Muskeln, Sehnen und Bänder stark. Folge: Muskeln verkürzen und verhärten sich. Schmerzhafte Verspannungen entstehen. Doch manchmal lassen sich die Ursachen für Beschwerden in vorliegenden Erkrankungen finden. Nackenwirbel unterliegen ebenso wie der Rest der Wirbelsäule einem natürlichen Verschleiß. „Je nach Alter und Veranlagung resultieren hieraus Instabilitäten der Bandscheiben und Wirbel, welche zu heftigen Schmerzen – bis hin zu Bandscheibenvorfällen – führen können“, erklärt Dr. Schneiderhan. Obwohl Nackenschmerzen meist harmlose Ursachen haben, gilt es bei anhaltenden Beschwerden, einen Arzt aufzusuchen.

Interdisziplinäre Diagnose für individuell abgestimmte Therapie
Am Anfang jeder Behandlung steht eine umfangreiche und individuelle Diagnose. Häufig erfordert die anschließende Therapie zunächst eine Schmerzlinderung, bevor physiotherapeutische Maßnahmen folgen. Erzielen diese Behandlungen keine Verbesserung, kommen gewöhnlich minimalinvasive Methoden zum Einsatz.

„Gerade im schwer zugänglichen Bereich der Halswirbelsäule spielt das punktgenaue Arbeiten eine wichtige Rolle“, erläutert Dr. Schneiderhan. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Operationen bleibt bei minimalinvasiven Techniken umgebendes Gewebe weitestgehend verschont.“ Patienten kehren nach kurzem stationärem Aufenthalt schnell in den Alltag zurück.

Neben der Hitzesondentherapie, welche die Schmerzweiterleitung der Nerven unterbricht, zählt unter anderem die Mikrolaserbehandlung zu den häufig eingesetzten Methoden. Hierbei führt der Spezialist unter örtlicher Betäubung eine sehr dünne Punktionsnadel in die betroffene Bandscheibe. Durch den Laser schrumpft der Bandscheibenkern und entlastet eingeklemmte Nerven. Zusätzlich verschließen sich kleinere Risse.

Bewegung beugt Schmerzen vor
Um Nackenschmerzen vorzubeugen, helfen im Alltag einfache Tipps: So schafft im Bett ein spezielles Nackenkissen Abhilfe, welches eine natürliche Kopfhaltung in der Nacht ermöglicht und so die Wirbelsäule entlastet. Im Büro und im Auto sorgen eine ergonomische Sitzhaltung und gelegentliche Lockerungsübungen für eine Entspannung der Muskulatur.

Vor allem bei bereits bestehenden Beschwerden empfiehlt es sich, Zugluft zu meiden. Generell gilt: Regelmäßige Bewegung stärkt Knochen und Muskulatur und entlastet dadurch die empfindliche Wirbelsäule.

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